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Gedichte Hochzeit 


Hochzeitsgedichte auf Glückwunschkarten, Briefen oder aber auch vorgetragen haben eine lange Tradition.


Ob nun selbst geschrieben und individuell auf das Brautpaar zugeschnitten oder klassische Gedichte zu Hochzeit und Liebe allgemein.
 

Keine Hochzeit kommt ohne das eine oder andere Gedicht aus. Für viele ist die Hochzeitspoesie ist eines der emotionalen Grundelemente einer romantischen Hochzeit. Allerdings ist die Auswahl an schönen Gedichten ist schier unüberschaubar, was die Auswahl nicht einfach macht.


Das Internet bietet uns heute allerdings die Möglichkeit, sich der Sache recht unkompliziert zu nähern und aus einer großen Bandbreite an Poesie, schnell und einfach ein passendes Gedicht zu finden. Ob nun klassisch oder modern für jeden Geschmack und jeden Rahmen gibt es das richtige.
Am schönsten ist es wohl ein auf das Brautpaar zugeschnittenes Gedicht selber zu schreiben, befindet man sich damit doch in der erlauchten Gesellschaft großer Dichter, wie Johannes Wolfgang von Goethe, Wilhelm Busch oder Theodor Storm, welche sich höchst selbst schon an dem Thema versuchten.


Ist an einem selber nun kein Dichter verloren gegangen und wünscht sich trotzdem ein individuelles Gedicht zu präsentieren, so besteht die Möglichkeit dieses bei einem professionellen Reden- und Gedichte- Schreiber in Auftrag zu geben. 
Es kann, bei fehlender lyrischer Begabung, auch hilfreich sich mit Freunden zusammen zu setzen um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. 


Egal ob selbst geschriebenene Gedichte, Auftragsarbeit, oder Klassiker, es sollte zum Brautpaar passen und im besten Fall auch einen Bezug zu Lebenssituation, dem Kennen lernen, anderen privaten und emotionalen Umständen oder auch dem Umfeld haben.
Von daher ist ein intensives Brainstorming meist unerlässlich, soll das Gedicht bei Hochzeitspaar und Hochzeitsgesellschaft gut ankommen.


Mehr Gedichte finden Sie in unserem BLOG 



Sie war ein Blümlein hübsch und fein, 
Hell aufgeblüht im Sonnenschein. 
Er war ein junger Schmetterling, 
Der selig an der Blume hing. 
Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm 
Und nascht und säuselt da herum. 
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab 
Am hübschen Blümlein auf und ab. 
Ach Gott, wie das dem Schmetterling 
So schmerzlich durch die Seele ging. 
Doch was am meisten ihn entsetzt, 
Das Allerschlimmste kam zuletzt 
Ein alter Esel fraß die ganze 
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

(Wilhelm Busch)

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An die Geliebte

Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,
dann hör ich recht die leisen Atemzüge
Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.

Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge,
Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt?

Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.

Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne;
Ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen.

Eduard Mörike (1830)

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Liebe denkt in süssen Tönen,Denn Gedanken stehn zu fern,
Nur in Tönen mag sie gernAlles, was sie will, 
verschönen.Wenn im tiefen Schmerz verlorenAlle Geister in mir klagen,
Und gerührt die Freunde fragen:»Welch ein Leid ist dir geboren?
«Kann ich keine Antwort sagen,Ob sich Freuden wollen finden,
Leiden in mein Herz gewöhnen, Geister, 
die sich liebend bindenKann kein Wort niemals verkünden,
Liebe denkt in süssen Tönen.Warum hat Gesangessüsse
Immer sich von mir geschieden?
Zornig hat sie mich vermieden,Wie ich auch die Holde grüße.
So geschieht es, daß ich büße,Schweigen ist mir vorgeschrieben,
Und ich sagte doch so gernWas dem Herzen sei sein Lieben.
(Tiek)

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O wie lieblich, o wie schicklich,
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Leute, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Aber von Geschlecht verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre
Dazu nötigen Papiere
So wie auch die Haushaltsachen
Endlich mal in Ordnung machen
Und in Ehren und beizeiten
Hin zum Standesamte schreiten,
Wie es denen, welche lieben,
Vom Gesetze vorgeschrieben,
Dann ruft jeder freudiglich:
"Gott sei Dank, sie haben sich!"

(Wilhelm Busch)

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Viel Freude macht...
Viel Freude macht, wie männiglich bekannt,
für Mann und Weib der heilige Ehestand!
Und lieblich ist es für den Frommen,
der die Genehmigung dazu bekommen,
wenn er sodann nach der üblichen Frist
glücklicher Vater und Mutter ist.

Wilhelm Busch (1832-1908)

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Du wirst im Ehstand viel erfahren, 
was dir ein halbes Rätsel war, 
bald wirst du aus Erfahrung wissen, 
wie Eva einst hat handeln müssen, 
dass sie hernach den Kain gebar. 
Doch, Schwester, diese Ehstandspflichten, 
wirst du von Herzen gern verrichten, 
denn glaube mir, sie sind nicht schwer. 
Doch jede Sache hat zwo Seiten: 
Der Ehstand bringt zwar viele Freunden, 
allein auch Kummer bringet er; 
drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen, 
die du nicht glaubtest zu verdienen, 
in seiner üblen Laune macht, 
so denke, das ist Männergrille 
und sag: Herr, es gescheh dein Wille 
bei Tag - und meiner bei der Nacht. 

(Wolfgang Amadeus Mozart, 1756-1791) 

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Modernes Märchen
Sie waren so sehr ineinander verliebt, 
wie es das nur noch in Büchern gibt.
Sie hatte kein Geld. Und er hatte keins.
Da machten sie Hochzeit und lachten sich eins.
Er war ohne Amt. So blieben sie arm.
Und speisten zweimal in der Woche warm.
Er nannte sie trotzdem: "Mein Schmetterling".
Sie schenkte ihm Kinder, so oft es nur ging.
Sie wohnten möbliert und waren nie krank.
Die Kinder schliefen im Kleiderschrank.
Zu Weihnachten malten sie kurzerhand
Geschenke mit Buntstiften an die Wand.
Und aßen Brot, als wär's Konfekt,
und spielten: Wie Gänsebraten schmeckt.
Dergleichen stärkt wohl die Phantasie.
Drum wurde der Mann, blitzblatz! ein Genie.
Schrieb schöne Romane. Verdiente viel Geld
und wurde der reichste Mann auf der Welt.
Erst waren sie stolz. Doch dann tat's ihnen leid,
denn Reichtum schadet der Heiterkeit.
Sie schenkten das Geld einem Waisenkind.
Und wenn sie nicht gestorben sind ...

(Erich Kästner)

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Alte Weisheit aus Asien

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. 
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch. 

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Ich und Du

Wir träumten von einander und sind davon erwacht,
Wir leben, um uns zu lieben, und sinken zurück in die Nacht.
Du tratest aus meinem Traume, aus deinem trat ich hervor,

Wir sterben, wenn sich eines im andern ganz verlor.
Auf einer Lilie zittern zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in eins und rollen hinab in des Kelches Grund.

Friedrich Hebbel (1813-1863)

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Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt von aller Freude, 
Seh' ich ans Firmament nach jener Seite.
Ach! der mich liebt und kennt, ist in der Weite.

Es schwindelt mir, es brennt mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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