Was ist bei einer
katholischen Trauung vorab zu beachten?
Nehmen Sie möglichst früh (drei bis sechs Monate vor dem geplanten
Hochzeitstermin) mit dem Seelsorger Ihres Wohnorts bzw. eines Ihrer Wohnorte
Kontakt auf. Mit ihm gemeinsam legen Sie dann die genauen Zeitpunkte für
ein oder mehrere Traugespräch(e) mit dem Geistlichen und für
die Trauung selbst fest. Im Rahmen des/der Traugespräche(s) werden
sowohl religiöse Themen zu Ehe und Familie wie auch organisatorische
Fragen zur bevorstehenden Heirat erörtert. Sehr viele katholische
Gemeinden bieten auch "Ehevorbereitungskurse" an. Üblicherweise
findet die Zeremonie mit dem Ortspfarrer statt. Sie können aber auch
einen Pfarrer oder Diakon aus einer anderen Gemeinde für Ihre Kirchenhochzeit
wählen - Sie müssen sich nur rechtzeitig mit den jeweiligen
Ansprechpartnern in Verbindung setzen. Auch die Wahl einer anderen Kirche
als Ihrer Ortskirche ist möglich - in diesem Fall müssen Sie
sich einen "Entlassungsschein" bei Ihrem Ortspfarrer besorgen.
Beachten Sie auch, dass bei einer katholischen Hochzeit nach wie vor zwei
offizielle Trauzeugen das Paar begleiten müssen!
Welche Bedeutung
hat die Ehe für katholische Christen?
Für die Katholiken ist die Ehe ein Sakrament und gilt - einmal vor
Gott geschlossen - als unauflösbar. Die standesamtliche Eheschließung
muss der kirchlichen zwar vorangehen, aber erst mit dem geistlichen Segen
der Kirche gilt die Trauung als besiegelt. Deshalb müssen beide katholischen
Partner im Rahmen des Traugesprächs Dokumente vorlegen, die beweisen,
dass sie ledig sind und noch nie kirchlich verheiratet waren oder dass
sie verwitwet sind. Geschiedene Partner, die bereits einmal katholisch
geheiratet haben und das erneut tun möchten, können beim katholischen
Ehegericht einen Antrag auf Annullierung stellen, in der Regel dauert
diese aber sehr lange.
Welche Dokumente
müssen vorgelegt werden und was kostet die Trauung?
Folgende Dokumente sollten Sie für Ihr persönliches Traugespräch
parat halten:
- Einen gültigen Personalausweis,
- die Geburtsurkunde,
- eine nicht mehr als sechs Monate alte Taufbescheinigung (stellt Ihnen
das Pfarramt Ihrer Taufgemeinde aus),
- Firmungsnachweis (nach kath. Recht ist es aber nur notwendig getauft
zu sein. Die Firmung ist keine nötige Voraussetzung für das
Sakrament der Ehe).
- die standesamtliche Heiratsurkunde und gegebenenfalls
- den Trauschein bzw. die Heiratsurkunde der Eltern (wenn deren Namen
nicht auf Ihrer Geburtsurkunde stehen sollten).
Unehelich Geborene sollten unabhängig davon den Taufschein der Mutter
und einen Meldezettel mitbringen, verwitwete Personen die Sterbeurkunde
des Partners. Wenn Sie zuvor standesamtlich verheiratet waren, legen Sie
Ihrem Pfarrer die Heiratsurkunde und Scheidungspapiere vor, bei einer
etwaigen kirchlichen Vorehe die Trauurkunde und die Ungültigkeitserklärung
des kirchlichen Ehegerichts.
Die katholische Trauung ist grundsätzlich kostenfrei.
Die evangelische Trauung
Was ist bei einer
evangelischen Trauung vorab zu beachten?
Auch hier gilt: Setzen Sie sich frühzeitig mit ihrem Pastor in Verbindung
und vereinbaren Sie Termine für Traugespräche und die Trauung
selbst. Wenn beide Partner evangelisch sind, können Sie frei wählen,
in welcher Pfarrgemeinde Sie Ihre Hochzeit abhalten wollen. Natürlich
besteht auch die Möglichkeit, in einer anderen Kirche als der Heimatkirche
zu heiraten und in manchen Fällen können Sie "Ihren"
Pastor dorthin auch "mitnehmen" - informieren Sie sich rechtzeitig
über Ihre Möglichkeiten!
Wie in der katholischen Kirche dienen auch in der evangelischen die Traugespräche
zum einen der seelsorgerischen Ehevorbereitung und zum anderen zur Abklärung
formaler und organisatorischer Fragen rund um die bevorstehende Hochzeitsfeier.
Aber anders als bei der katholischen Trauung besteht bei der evangelischen
keine Trauzeugen-Pflicht!
Welche Bedeutung
hat die Ehe für evangelische Christen?
Die evangelische Kirche erkennt die standesamtliche Eheschließung
als kirchenrechtlich verbindlich an und unterscheidet sich somit in diesem
Punkt wesentlich von den Katholiken. Im Prinzip lassen sich evangelische
Christen nur deshalb kirchlich trauen, um den Segen Gottes zu erbitten.
Legitimiert ist ihre Ehe ja bereits.
Welche Dokumente
müssen vorgelegt werden und was kostet die Trauung?
Für die Traugespräche sollten Sie folgende Dokumente bereit
halten:
- Einen gültigen Personalausweis,
- die Geburtsurkunde,
- eine nicht mehr als sechs Monate alte Taufbescheinigung (stellt Ihnen
das Pfarramt Ihrer Taufgemeinde aus),
- die Konfirmationsurkunde,
- die standesamtliche Heiratsurkunde
- und für den Fall, dass Sie nicht in Ihrer Wohnort-Kirche heiraten,
die "Überweisung"(= "Delegation") Ihres Pfarramtes.
Auch die evangelische Trauung ist grundsätzlich kostenfrei.
Die "ökumenische
Trauung"
Was ist eine "ökumenische
Trauung"?
Für "konfessionsverschiedene" Paare (wie z. B. ein Partner
katholisch, der andere evangelisch) besteht die Möglichkeit einer
"ökumenischen Trauung". Allerdings müssen sie sich
vorab entscheiden, ob die Trauung grundsätzlich nach katholischer
oder evangelischer Ordnung erfolgen soll. Und entsprechend dieser Entscheidung
muss dann auch die Hochzeitskirche gewählt werden - d. h. grundsätzlich
evangelisch orientierte ökumenische Trauung in einer evangelischen
Kirche, grundsätzlich katholisch orientierte ökumenische Trauung
in einer katholischen. Es ist jedoch möglich, dass der Seelsorger
der jeweils anderen Konfession bei der Zeremonie dabei ist und auch eine
aktive Rolle, z. B. die Predigt, übernimmt. Wichtig ist, dass Sie
möglichst frühzeitig Kontakt mit dem Seelsorger der geplanten
Hochzeitskirche aufnehmen. Er wird Ihnen bei allen weiter nötigen
Schritten behilflich sein.
Welche kirchenrechtliche Bedeutung hat die "ökumenische Ehe"?
Für "konfessionsverschiedene" Ehen wie etwa zwischen katholischen
und evangelischen Christen gelten die kirchenrechtlichen Voraussetzungen
in etwas anderer Form. Soll die Feier in der evangelischen Kirche erfolgen,
muss sich der katholische Partner von der sogenannten "Formpflicht"
befreien lassen, um kirchenrechtlich gültig zu heiraten. Die Kirchen
erwarten nicht, dass sich der jeweils andersgläubige Partner ihrem
Eheverständnis anschließt. Doch sollte jeder das Eheverständnis
der jeweils anderen Konfession kennen.
Übrigens: Für die Eheschließung von Katholiken mit Partnern,
die nicht getauft sind (sogenannte "religionsverschiedene Ehen"),
gibt es analoge Regelungen.
Welche Dokumente
müssen vorgelegt werden und was kostet die Trauung?
Folgende Dokumente sind erforderlich:
- Personalausweis
- Taufbescheinigung (nicht älter als sechs Monate; erhältlich
bei dem Pfarramt, in dessen Gemeinde Sie getauft worden sind)
- Konfirmationsurkunde (nur bei evangelischer Hauptverantwortung)
- Heiratsurkunde der zivilen Eheschließung
Auch die "ökumenische Trauung" erfolgt grundsätzlich
kostenfrei.