Klassisch im Rathaus oder in freier Wildbahn: Heiraten im Saarland
Das Saarland zeigt sich aufgeschlossen bei standesamtlichen Eheschließungen.
Ob in hochherrschaftlichem oder gut-bäuerlichem Ambiente, auf dem Wasser
oder unter freiem Himmel. Viele Gemeinden haben ihre Trauzimmer aus den
Rathäusern an (teils) historische Stätten im Umkreis ausgelagert
oder bieten einen außergewöhnlichen Trauservice an, damit der
schönste Tag im Leben auch in besonderer Erinnerung bleibt.
1. Hochzeit im
großen Stil: Rathaus St. Johann in Saarbrücken
Stil- und prunkvoll lässt es sich im Festsaal des Saarbrücker
Rathauses, ein neugotischer Bau aus rotem Sandstein, heiraten. Der prachtvolle
Saal, von dem Berliner Maler Wilhelm August Wrage mit Szenen aus der Saarbrücker
Stadtgeschichte gestaltet, bietet vor allem für eine große
Hochzeitsgesellschaft viel Platz. Der Saal ist auch für die musikalische
Umrahmung ausgerichtet. Ob von der CD oder Live-Begleitung am Flügel,
jedweden Wünschen kann entsprochen werden, so dass selbst die standesamtliche
Trauung in klangvoller Erinnerung bleiben wird. Im Anschluss an die Trauung
und bei schönem Wetter ist es mittlerweile schon zur Tradition geworden,
auf dem mit Kopfstein gepflasterten Rathausvorplatz seinen Hochzeitsgästen
ein Glas Crémant und Canapés zu servieren. Termine, nähere
Informationen und Sonderwünsche kann man unter standesamt@saarbruecken.de
erfragen.
2. Rustikal bäuerlich
"Jo-Saan" in der Scheune oder Glück auf in der Bergmannskapelle:
der besondere Außentrauservice der Stadt Saarbrücken in Güdingen
und Von-der-Heydt
Seit Mai 2007 bietet die Stadt Saarbrücken auch einen Außentraudienst
in der Güdinger Scheune (Kanalstraße 7) und in der Bergmannskapelle
in Von-der-Heydt (Gebäude der Landesforstverwaltung) an.
Die Scheune ist in rustikaler Raum im bäuerlichen Stil. Um die 25
Hochzeitsgäste können hier an der Trauung teilnehmen. Als Hochzeitsgeschenk
erhält das frischvermählte Paar einen Kunstdruck der Scheune.
Für die Außentrauung in der Güdinger Scheune verlangt
die Stadtverwaltung eine Gebühr von 30€.
Die etwas größere Bergmannskapelle bietet schon für rund
40 Gäste Platz. Der Raum mit Parkettfußboden und Rundbogenfenster
ist mit Skulpturen und Ornamenten des Bergbaus und der Holzwirtschaft
gestaltet. Nach dem Motto "Auf dass das Feuer ewig lodert" erhält
das Brautpaar im Anschluss an die Trauung einen Sack saarländische
Holzkohle. Für die Bergmannskapelle wird eine Gebühr von 100€
erhoben. Für beide Örtlichkeiten kann man sich nähere Informationen
unter standesamt@saarbruecken.de einholen. Die Trauungen finden von Mai
bis September in der Regel mittwochs vormittags statt.
3. Schiff Ahoi
und grenzüberschreitend "Ja" gesagt:
von Saarbrücken bis Sarreguemines
Nun sind ja die Saarländer bekanntermaßen keine Seebären,
doch auch im Saarland kann man auf dem namensgebenden Fluss auf der Strecke
von Saarbrücken nach Sarreguemines heiraten. Die Saarbrücker
Personenschiffahrt Günter Emmer GmbH (www.saarbruecker-personenschiffahrt.de)
bietet in Kooperation mit dem Standesamt Kleinblittersdorf (www.kleinblittersdorf.de)
die ungewöhnlichen Trauungen an. In der Regel steigen die Hochzeitsgäste
in Saarbrücken ein und die Standesbeamtin an der Schleuse in Großbliedersdorf
(Frankreich) zu. Sobald man wieder deutsches Gewässer erreicht hat,
dürfen sich die Paare das Ja-Wort geben. Die Fahrt inklusive Trauung
dauert etwa 4 Stunden und die Brautpaare können zwischen der "Frohsina"
(Miete: 950€) oder der etwas größeren "Stadt Saarbrücken"
(Miete: 1250€) wählen. Für jede weitere Stunde auf dem
Schiff wird jeweisl 150€ verlangt. Zudem sind auch anschließende
kirchliche Trauungen mit Pfarrer möglich. Individuelle Hochzeitsarrangements,
Preise und Termine sind unter saarbr.personenschiffahrt@t-online.de in
Erfahrung zu bringen. Die standesamtliche Trauung führt die Gemeinde
Kleinblittersdorf durch, die telefonisch unter 06805/2008-511/ -112 zu
erreichen ist. Da die Schiffe beheizbar sind, kann während des ganzen
Jahres geheiratet werden.
4. Ringtausch auf
historischem Gelände: Römermuseum in Homburg
Die Stadt Homburg bietet heiratswilligen Paaren Trauungen an einem doppelt
geschichtsträchtigen Ort an: im Mannlich-Salon des Römermuseums
(http://www.homburg.de/content/pages/1101.htm)
in Homburg-Schwarzenacker. Im Homburger Ortsteil Schwarzenacker befand
sich vor ca. 2000 Jahren eine gallorömische Siedlung, die im Jahre
276 n. Chr. von den Alemannen niedergebrannt wurde. Das Edelhaus, in welchem
sich der Mannlich-Salon befindet, wurde im Jahr 1720 erbaut und gehört
mittlerweile zum Freilichtmuseum. Den Namen verdankt das stilvoll eingerichtete
Trauzimmer dem Hofmaler Johann Christian von Mannlich, der Ende des 18.
Jahrhunderts an den Ausgrabungen der italisch-römischen Siedlung
beteiligt war. Nach der Trauzeremonie lädt der historisch nachempfundene
Barockgarten die Hochzeitsgäste geradezu ein, um mit Sekt und Häppchen
das Hochzeitspaar zu ihrem neuen Lebensabschnitt zu beglückwünschen.
Paare können sich samstags mit einer sechswöchigen Vorlaufszeit
im Mannlich-Salon trauen lasen. Termine können unter doris.blinn@homburg.de
vereinbart werden. Auch für das Schnapsdatum Freitag, den 08.08.2008
werden ab 14 Uhr Trauungen vorgenommen.
Neben den Trauungen im Römermuseum werden auch regelmäßig
im modernen Rathaus am Forum Ehen geschlossen.
5. Die schöne
Müllerin, der Kurfürst oder die Prinzessin:
Die Kreisstadt Merzig zeigt sich dreimal märchenhaft
Bisher wurden Mann und Frau in Merzig entweder ganz barock im historischen
Stadthaus getraut, dem einstigen Jagdschloss des Kurfürst Philipp
Christoph von Soetern, oder im Bistroraum der unter Denkmalschutz stehenden
Fellenbergmühle (www.merzig.de).
Seit Dezember 2007 gibt es nun zusätzlich die Möglichkeit, den
Bund fürs Leben im märchenhaften Trauzimmer des Schlosses Fellenberg
zu schließen. Ein Vorteil für die Eheschließung im Schloss
ist nicht nur die romantische Atmosphäre, sondern auch, dass der
Raum Platz für mehr als 70 Personen bietet. In der Hochzeitsschmiede haben Gesellschaften bis 25 Personen Platz. Das Stadthaus ist nur
für ungefähr 15, die Fellenbergmühle für ca. 50 Personen
geeignet, beides aber nicht minder schön und stilvoll. Die Nutzungsgebühr
für die Fellenbergmühle beträgt 50€ und kommt dem
Förderverein zugute, für Schloss Fellenberg sind es 80€,
die an das Museum gehen. Infos zu allen Traueinrichtungen unter standesamt@merzig.de.
6. Mit Volldampf
ins Eheleben! Heiraten in der Museumsbahn auf der Strecke Ottweiler-Schwarzerden
Zwischen Ottweiler und Schwarzerden fährt die liebevoll restaurierte
Ostertalbahn (www.ostertalbahn.de)
mit Diesellokomotive und Personenwagen aus den 50-er und 60-er Jahren.
Hier kann man nicht nur regulär mitfahren, sondern auch ganz amtlich
heiraten und gleichzeitig im Anschluss mit seinen Gästen ausgiebig
feiern (http://ostertalbahn.homepage.t-online.de/ako_sdz.html).
Termine sind mit dem zuständigen Standesamt Ottweiler (www.ottweiler.de)
unter standesamt@ottweiler.de abzuklären, sowie mit dem Arbeitskreis
Ostertalbahn über ako@ostertalbahn.de.
7. Beinah kirchlich
getraut: Gutskapelle Imsbach bei Tholey
Das Standesamt Tholey hat nun neben dem üblichen Trauzimmer im Rathaus
eine sakral-anmutende Traustätte Ende 2007 wiedereröffnet: die
gerade erst restaurierte Gutskapelle Imsbach (http://www.tholey.de/abc_1.htm?id=2758).
Die Kapelle ist weit über 100 Jahre alt und ist ein Teil des Hofgutes
Imsbach. Diese ehrwürdigen Gemäuer bieten verliebten Paaren
eine schier filmreife Kulisse für die Traumhochzeit. Allerdings keine
Angst, da die Kapelle keine kirchlichen Weihen mehr besitzt, kann hier
nur noch standesamtlich geheiratet werden. Zuständig ist das Standesamt
Tholey unter 06853-508-28.
8. In schwindelnden
Höhen sich das Ja-Wort geben: Erlebnishochzeit auf dem Litermontgipfel
bei Nalbach
In einem extra errichteten Weidendom auf dem Litermont bei Nalbach (www.nalbach.de)
in einer Höhe von 418 Metern kann man sich während der Sommermonate
unter freiem Himmel trauen lassen. Der Weidendom ist ein imposantes und
lebendiges Bauwerk: 400 Weiden und 300 Birken bilden einen Kuppeldom,
der einen Durchmesser von 10 Metern hat. Paare, die sich hier trauen lassen
wollen, müssen sich aber zuerst den Aufstieg zutrauen.
Die Gemeinde erteilt Auskünfte über Trauungen im Weidendom unter
06838-900213.
9. Aller Anfang
liegt im Stall: nostalgische Trauungen der Gemeinde Wallerfangen
Die Gemeinde Wallerfangen bietet im Ortsteil Gisingen Trauungen im Stall
des Lothringer Bauernhausmuseums (http://www.wallerfangen.de/trausaargau.html)
an. Hier finden Romantikliebhaber alles was das Herz begehrt: einen prunkvollen
Bauerngarten mit Kastanien- und Birnbäumen sowie historischen Gebrauchs-
und Einrichtungsgegenständen aus den Regionen Saar, Mosel, Elsass
und Lothringen aus dem 18. Jahrhundert. An Motiven für den Hochzeitsfotografen
und das glückliche Brautpaar soll es in diesem Ambiente nicht fehlen.
Termine mit den zuständigen Standesbeamten sind unter info@wallerfangen.de
in Erfahrung zu bringen.
10. Ganz schick
verheiratet: die Villa Martin in St. Ingbert
Die Stadt St. Ingbert kann seit letztem Jahr im Kulturhaus in der Annastraße,
die 1928 erbaute Villa Martin, standesamtliche Trauungen (http://www.st-ingbert.de/457_523.htm)
durchführen. Die parkähnliche Anlage rund um die Villa wurde
neu angelegt, sodass hier die Frischvermählten nach der Zeremonie
mit einer kleinen Feier im Freien für die Hochzeitsgäste aufwarten
können. Auch die Räume, die sich das Standesamt mit der ortsansässigen
Volkshochschule teilt, wurden renoviert. Ein mobiler Trautisch sorgt dafür,
dass das Trauzimmer an den anderen Tagen für sonstige Veranstaltungen
genutzt werden kann. Getraut wird an diesem niveauvollen Ort jeweils am
ersten und dritten Samstag in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober.
Anmeldungen und telefonische Auskunft erteilt das Standesamt in St. Ingbert
unter Tel. 06894-13102.